Die Elbenrunen

Die Cirth erinnern von ihrer Form her an die mittelalterlichen Schriftzeichen aus dem nordischen Kulturkreis, die wir als “Runen” kennen. Sie wurden vor allem für das Ritzen in Holz und die Gravur in Stein, Metall und andere harte Materialien verwendet.

Wann diese Schrift von den Sindar-Elben von Beleriand entwickelt wurde, ist nicht ganz klar. Die Anfänge mögen vor den Beginn des Ersten Zeitalters zurückreichen. Es scheint aber, dass die Cirth (Singular certh; auf Quenya certa, Pl. certar, als Lehnwort aus dem Sindarin) schon recht früh von den Tengwar Feanors beeuflusst wurden. Sie zeigen ähnlich Eigenschaften, zum Beispiel dass durch bestimmte Formvarianten verwandte Laute mit bestimmten Merkmalen wiedergegeben werden.

Die Cirth waren in so genannten “Langreihen”, Sindarin angerthas, angeordnet. Es heißt dass Daeron, der Spielmann König Elu Thingols von Doriath, die Cirth systematisiert hätte. Aber sie waren nie so systematisch wie die Tengwar.

In späterer Zeit waren sie vor allem bei den Zwergen gebräuchlich, weshalb sie auch oft als »Zwergenrunen« bezeichnet werden. Die Elbenschmiede von Eregion, die eine besondere Beziehung zu den Zwergen pflegten, erweiterten die Angerthas Daeron zu einem System, mit dem sich eine Vielzahl von Sprachen schreiben lässt.

Es gibt auch eine Variante mit gerundeten Buchstaben, die für das Schreiben mit der Feder gedacht ist (siehe The Treason of Isengard, “Appendix on Runes”, S. 462 f.). Doch diese Art zu schreiben war den Sindar ursprünglich nicht bekannt, was sich auch daran zeigt, dass das Sindarin-Wort für Schreibfeder, tegil oder tegol, ein Lehnwort aus dem Quenya ist.